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Mit Mut in den Deutschen Bundestag
29. Sep 2017
VON: NATALIE FURJAN

Mit Mut in den Deutschen Bundestag

Die Ludwig-Erhard-Stiftung gratuliert ihren Mitgliedern Carsten Linnemann (CDU), Frank Schäffler und Linda Teuteberg (beide FDP) ganz herzlich zu ihrer Wahl in den 19. Deutschen Bundestag.

Mit Linda Teuteberg und Carsten Linnemann sprach im Frühsommer dieses Jahres der stellvertretende Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung Oswald Metzger über die Bedeutung Ludwig Erhards für die heutige Politik. Die beiden jüngsten Mitglieder der Ludwig-Erhard-Stiftung betonten den Mut, den Ludwig Erhard bei der Umsetzung seines politischen Konzeptes zeigte.

Linda Teuteberg findet es wichtig, dass Abgeordnete „den Mut haben, zu Prinzipien zu stehen, auch wenn Maßnahmen negative Folgen im Einzelnen“ nach sich ziehen. Das habe nicht immer mit der Frage zu tun, ob das Vertreter von Volksparteien oder direkt gewählte Abgeordnete seien, sondern mehr mit den Persönlichkeiten und ihrem Charakter.

Und Carsten Linnemann klagt: „Heute gibt es kaum noch Reformer, die den Mut haben, Dinge umzusetzen, die auf den ersten Blick nicht umsetzbar scheinen.“ Ludwig Erhard sei für ihn „ein echtes Vorbild“.

Das Gespräch wurde im Juni 2017 in unserem Sonderheft „Wohlstand für Alle – Geht’s noch?“ veröffentlicht. Lesen Sie das ganze Interview und erfahren Sie, was die beiden jungen Politiker bewegte, sich politisch zu engagieren und worin sie ihre künftigen Aufgaben sehen:

>> zum Interview mit Linda Teuteberg und Carsten Linnemann


„Diesen Mut können wir uns abschauen.“

Den Mut Ludwig Erhards betonte auch Frank Schäffler in seinem Beitrag, als wir im Juni 2012 unsere Mitglieder baten, Zeugnis abzulegen von Begegnungen, Erfahrungen und Ereignissen, die Ludwig Erhard betreffen und die ihr eigenes Handeln geprägt haben. Er schrieb:

„In den großen Problembereichen unserer Zeit haben wir es mit einem Versagen der Staatswirtschaft zu tun. Die Währungsunion ist mit ihren politisch festgelegten Wechselkursen im Scheitern begriffen. Auch die bürokratisch organisierte Energiewende steht vor dem Scheitern. Das macht uns Sorgen. Doch einen Ludwig Erhard hätte das wohl nicht geschreckt. Wie stand Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg da? Deutschland war vernichtet und in ein Chaos verwandelt. Unsere Lage ist nicht annähernd so jämmerlich. Und so schlecht wird sie auch wohl nicht werden, obwohl es um den Euro so schlimm steht. Einen Krieg und seine Zerstörungen haben wir nicht zu erwarten.

Frank Schäffler bei der Verleihung des Ludwig-Erhard-Preises für Wirtschaftspublizistik 2016 in Berlin

Vor der großen Aufgabe ist Erhard nicht geflüchtet. Stattdessen ist er sie angegangen und zum Vater unseres Wirtschaftswunders geworden. Deutschland wurde wiederaufgebaut, sozusagen aus dem Nichts, trotz einer erschöpften und hungernden Bevölkerung und einer aufgeriebenen industriellen Basis. Erhard ist seinen Weg gegen Widerstände gegangen, das erforderte Mut. Diesen Mut können wir uns abschauen. Abschauen können wir uns auch seine Handlungsweise. Er hat die Währungsreform gegen die Alliierten durchgesetzt. Das bringt uns seine entscheidende Lehre: Frei am Markt gebildete Preise sind das bedeutendste Instrument für unseren Wohlstand. Sie sind der wichtigste Grund für das Wirtschaftswunder, nicht irgendwelche Marshall-Pläne.

Beherzigen wir diese Lehre auch für Griechenland. Dieses braucht keine Wachstums- und Aufbaupläne, sondern Vertragsfreiheit bei der Preisbildung auf dem Arbeitsmarkt – und in allen anderen Bereichen. Es braucht vor allem eine Währung, die den Griechen freie Preisbildung ermöglicht. Und wir brauchen freie Preise auch hier bei uns. Deutschland ist schon lange kein marktwirtschaftliches Musterland mehr. Mit der Energiewende sind wir an einem neuen Tiefpunkt der marktwirtschaftlichen Verfassung angelangt. Energieplanwirtschaft dominiert das Feld. In den Verwaltungen werden Stromtrassen und der richtige Energiemix samt der dafür vorgesehenen Vergütung über einen Zeitraum von zehn Jahren geplant.

Der Abschied hiervon ist nicht einfach. Nach Erhard „trifft es zweifellos zu, dass der Übergang von der Marktwirtschaft zur Planwirtschaft nicht die geringsten, umgekehrt aber die Ablösung der Planwirtschaft durch eine freie Marktwirtschaft die denkbar größten Schwierigkeiten bietet“. Doch hat uns Erhard auch gezeigt, dass wir mit mutigem Handeln die Misere der Staatswirtschaft hinter uns lassen können, wenn wir nur wollen.“

Weitere Beiträge von Frank Schäffler auf unserer Website:

„Sind Elektroautos vielleicht falsche Pferde?“ vom 1. September 2017

„Moralischer Imperialismus“ vom 20. Januar 2017

„Ludwig Erhard würde sich im Grabe umdrehen“ vom 21. Oktober 2016

„Brexit: Spinnen die Briten?“ vom 25. Februar 2016

„Europas Wertegemeinschaft ist ein Wieselwort“ vom 11. Dezember 2015

„Mehr Marktwirtschaft wagen!“ vom 25. September 2015

 

 
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